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Clear - die smarte Eintrittskarte in die USA

Rückkehr unter neuem Eigentümer nach Insolvenz

Das US-Unternehmen Verified Identity Pass hatte eine clevere Geschäftsidee: Vielflieger gaben dem Unternehmen ihre Daten und bekamen dafür eine Smartcard, mit der sie ohne Wartezeit in die USA einreisen dürfen. Nach einer Zwangspause wegen Insolvenz kommt das Unternehmen mit einem neuen Eigentümer zurück.

Seit USA-Reisende biometrische Daten von Fingern und Iris bei den Behörden hinterlassen müssen, sind die Warteschlangen bei der Einreise in die USA länger geworden. Da Manager immer in Eile sind, hat das US-Unternehmen Verified Identity Pass eine Möglichkeit ersonnen, Vielfliegern die Wartezeiten zu verkürzen.

Einreise ohne Warten

Clear heißt das Produkt. Ein Nutzer registriert sich bei Verified Identity Pass mit allen nötigen persönlichen Angaben inklusive Fingerabdrücken und Muster der Iris. Die Daten werden mit dem Registered Traveler Program des US-Heimatschutzministeriums (Department of Homeland Security, DHS) abgeglichen und dann auf einer Smartcard gespeichert. Mit deren Hilfe kann der Nutzer problemlos und ohne Warten in die USA einreisen. Kosten für den Dienst: 200 US-Dollar im Jahr.

Die Geschäftsidee war nicht schlecht, Verified Identity Pass war nach vier Jahren fast profitabel. Dennoch musste das Unternehmen in Juni 2009 Insolvenz anmelden. Doch nach ein paar Monaten Zwangspause stehen die Zeichen jetzt auf Neustart: Das kalifornische Investmentunternehmen Henry verhandelt mit dem Hauptschuldner, der Investmentbank Morgan Stanley, über den Kauf der Reste von Verified Identity Pass.

Interesse an Clear-Rückkehr

Henry-Chef Kurtis Fechtmeyer ist optimistisch, dass das Clear-Programm noch dieses Jahr wieder einsatzbereit ist. Er sagte der New York Times, es gebe weiterhin eine große Nachfrage. "Viel Leute wollen unbedingt mehr Bequemlichkeit bei den Sicherheitskontrollen. Die Regierung wiederum ist daran interessiert, mehr Reisende zu haben, über deren Identität kein Zweifel besteht", sagte Fechtmeyer.

Die knapp 200.000 Kunden des Unternehmens wird es freuen: Als Verified Identity Pass im Juni Insolvenz anmeldete, bekamen sie keinen Ausgleich für entgangene Dienste. Einige Kunden hatten für Jahre im Voraus bezahlt. Fechtmeyer hat bereits angekündigt, dass Interessierte ihre Mitgliedschaft wieder aufnehmen können. Denjenigen, die Clear nicht mehr nutzen wollen, sagte er zu, sie aus der Datenbank zu entfernen.

Verschwundenes Notebook

Auch das dürfte nicht ungelegen kommen. Datensicherheit ist nämlich bei dem Unternehmen nicht immer gewährleistet: 2008 ging ein Notebook mit den Daten von 30.000 Kunden auf dem Flughafen von San Francisco verloren. Nach einer Woche tauchte es wieder auf - zum Glück für die Betroffenen waren die Daten offensichtlich nicht angetastet.

Das war nicht die einzige Schwierigkeit des Unternehmens: Anfang des Jahres 2009 drängten die Investoren den Gründer Steven Brill aus dem Unternehmen und verklagten ihn wegen Vertragsbruchs. Und nach der Insolvenz klagten auch einige ehemalige Kunden wegen Vertragsbruchs.

Fechtmeyer ist überzeugt, dass der Neustart gelingt. Sein Optimismus gründet auf einer Umfrage unter ehemaligen Kunden, die nach Einstellung von Clear durchgeführt wurde. Damals sagten 70 Prozent, sie wollten den Dienst weiter nutzen. Weitere 20 Prozent machen die weitere Teilnahme davon abhängig, auf welchen Flughäfen Clear zur Verfügung steht.

(wp, 30.09.2009 17:02)

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