
Zum Auftakt der CeBIT 2008 hat Intel in Hannover seine neue Notebook-Plattform unter dem Namen "Centrino 2" offiziell angekündigt. Die Bausteine um den 45-Nanometer-Prozessor "Penryn" und den Chipsatz "GM45" sollen im zweiten Quartal 2008 auf den Markt kommen. Als neues Marketing-Argument für entsprechende Notebooks hat Intel jetzt die HD-Wiedergabe entdeckt.
Intel kündigte die neue Marke im Rahmen seiner Pressekonferenz in Hannover an. Neben den schon bekannten Daten zu Montevina hatte man dazu nur zu vermelden, dass ein auf dieser Plattform basierendes Notebook bis zu 2,5 Stunden HD-Videos im Akkubetrieb wiedergeben können soll. "Centrino 2" ist dabei die Marke für Consumer- wie Business-Notebooks, Letztere erhalten nur "vPro" als Namenszusatz. Dies löst dann "Centrino Pro" ab.
Nicht einmal den Namen des Chipsatzes, der das ermöglicht, wollte Intel auf der Bühne nennen. Es handelt sich um das Modell "GM45", auch bekannt als "Cantiga". Sein Grafikkern soll gegenüber dem GM965 der Santa-Rosa-Plattform doppelt so schnell sein, was auch für die HD-Dekodierung genutzt wird. Details zu diesem mit Spannung erwarteten Grafikkern hält Intel noch unter Verschluss, in Hannover zeigen jedoch schon einige Hersteller Centrino-2-Notebooks hinter verschlossenen Türen.
Zum Marktstart gab Intel nur das ebenfalls bekannte "im zweiten Quartal" an. Wie bereits im Vorfeld der CeBIT bekannt wurde, soll der Termin im Juni 2008 liegen, dann findet in Taiwan die "Computex 2008" statt. Intel nutzt also die zweitgrößte Computermesse der Welt für die Markteinführung von Centrino 2, da die meisten Notebook-Hersteller auch in Taiwan fertigen lassen.
Immerhin bestätigte der Chip-Hersteller erneut, dass mit Centrino 2 auch die neuen Formfaktoren für Prozessor und Chipsatz (SFF) kommen werden, die 58 Prozent weniger Platz auf den Mainboards belegen. Auch diese hatte Intel aber bereits vor Jahresfrist gezeigt. Ebenfalls offiziell sind nun die Notebook-CPUs mit 25 Watt TDP. Und den bisher nur als Gerücht gehandelten Celeron mit Dual-Core hatte Intel auch samt passendem Logo auf der Bühne. Die mit Montevina erwarteten Quad-Cores im Notebook zeigte Intel in Hannover noch nicht.
Neben der knappen Vorstellung der nächsten Centrino-Plattform zeigte Intel auch einige Demos von Geräten mit dem Atom-Prozessor, früher bekannt als "Silverthorne". So war ein sehr robuster UMPC von Panasonic zu sehen, der auch unter deren Marke "Toughbook" geführt wird. Dass Intel neben UMPCs und "Mobile Internet Devices" (MIDs) mit Atomkraft auch in andere Märkte vorstoßen will, zeigte eine Vorführung von Harman/Becker.
Ein noch im Prototypenstadium befindliches Navigationssystem, das auf einer eigenen PC-Infrastruktur für Autos namens "Harman Connect" aufsetzt, war der heimliche Star der Intel-Pressekonferenz. Zu sehen war eine Navigationsführung aus der Vogelperspektive mit Gebäuden, die wie in Computerspielen dreidimensional dargestellt wurden. Derartige Lösungen sind zwar schon kommerziell erhältlich, das Becker-Gerät zeigte jedoch eine bisher nicht gekannte Detailfülle samt Fahrbahnmarkierungen, Grünflächen und Schattenwurf der Häuser. Erst Ende 2010 will Harman/Becker diese Geräte auf den Markt bringen.
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