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Spieletest: The Suffering - Düstere & heftige Horror-Action

Midway bringt Spiel für Xbox und PlayStation 2

Viele Horrorspiele - allen voran die Resident-Evil- oder die Silent-Hill-Reihe - versuchen, den Spieler durch düstere und verlassene Kulissen und ein eher gemächliches Spieltempo einzuschüchtern und so für ein angenehmes Gruseln zu sorgen. The Suffering von Miday bzw. Konami hingegen wählt einen deutlich direkteren Weg: Hier steht die Action klar im Vordergrund - und Schockmomente gibt es fast im Sekundentakt.

Am Anfang steht mal wieder ein Gedächtnisverlust: Der Spieler schlüpft in die Rolle des kantigen Muskelmannes Torque, der angeschuldigt wird, seine Frau und Kinder umgebracht zu haben. Bei der Einlieferung in ein Hochsicherheitsgefängnis auf einer verlassenen Atlantik-Insel hat er allerdings keine Ahnung, ob die Vorwürfe stimmen - sämtliche Erinnerungen sind ausgelöscht: Weder weiß er, was mit seiner Familie wirklich passiert ist, noch, wer er eigentlich ist. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt allerdings nicht: Kaum ist Torque in seiner Zelle eingeschlossen, bricht das Chaos im Hochsicherheitstrakt aus - und eine Horde seltsamer Monster bemächtigt sich der gesamten Anlage.

Die Unruhen sorgen zwar dafür, dass man der eigenen Zelle entkommt, sicherer ist das Leben damit aber nicht geworden - in den Gängen warten schließlich nicht nur verängstigte Mitgefangene und aggressive Wärter, sondern eben auch die Höllenbrut, die relativ rücksichtslos jedes Leben auslöscht, das sich ihr in den Weg stellt. Bereits in den ersten Spielminuten finden sich allerdings zahlreiche Hilfsmittel, um die Kontrahenten unschädlich zu machen - neben einer Klinge knöpft Torque umgebrachten Wächtern unter anderem auch eine Pistole sowie etwas später eine Maschinenpistole ab.

Eine Taschenlampe findet sich ebenfalls recht fix, und die wird auch dringend gebraucht - in den Gängen und Katakomben sind genügend düstere Gänge, in denen man kaum etwas sieht. Zudem sind die Monster auch alles andere als plump in ihrem Vorgehen - manche verstecken sich hinter Säulen und springen einem urplötzlich direkt vor die Füße, andere lauern an der Decke oder in Höhlen - für reichlich Schockmomente ist somit gesorgt. Von Zeit zu Zeit - wenn die eigene Wahnsinnsanzeige gefüllt ist - kann sich übrigens auch Torque in einen Mutanten verwandeln - in dieser Phase, die man immer nur für begrenzte Zeit nutzen kann, fügt man den Monstern dann bei Angriffen und Attacken besonders viel Schaden zu. Während sich die spannende Story nach und nach entfaltet und so immer mehr von dem Geheimnis preisgibt, das es mit der Gefängnisanlage auf sich hat, setzt beim Gameplay nach den ersten Spielstunden leider eine gewisse Routine ein - die Monsterarten wiederholen sich ständig, und damit verbunden ist auch das eigene Vorgehen immer dasselbe. Hinzu kommt, dass die ebenfalls gebotenen Rätsel meist sehr simpel sind - Schalter finden und umlegen oder ein paar Kisten verschieben ist nun mal leider das, was man ständig zu sehen bekommt.

Die gruselige Atmosphäre bleibt prinzipiell trotzdem bis zum Schluss erhalten, wasvor allem an der schaurig-düsteren und sehr ansehnlichen Grafik, den gelungenen Animationen und der komplett deutschen und gut synchronisierten Sprachausgabe liegt. Auch die Zisch- und Kreischlaute, die immer wieder durch die Gänge des Gefängnisses, die weiten Hallen einer stillgelegten Miene oder die Räume eines verlassenen Irrenhauses gellen, sorgen für aufgestellte Nackenhaare.

The Suffering ist für die Xbox und die PlayStation 2 erhältlich und hat keine Jugendfreigabe erhalten - somit darf das Spiel erst an Personen ab 18 Jahren verkauft werden. Dies hat auch durchaus seinen Grund - so steht es dem Spieler unter anderem frei, Mitinsassen oder Wärtern, dieman zwischendurch trifft, zu helfen, sie zu ignorieren - oder aber sie einfach zu erschießen, wobei mit der Darstellung von Blut und Gewalt nicht gerade gegeizt wird. Die unterschiedlichen Handlungsoptionen wirken sich übrigens auf den Storyverlauf aus: Insgesamt gibt es drei alternative Schlusssequenzen.

Fazit:
The Suffering hält sich nicht mit langen Vorreden auf, sondern katapultiert den Spieler sofort in die Action - unzählige Grusel- und Schreckmomente inklusive. Auf Dauer fehlt zwar ein wenig die Abwechslung, hinsichtlich von Story und Atmosphöre ist das Spiel aber eines der besten Action-Horror-Spiele überhaupt - wer sich gerne mit Waffe im Anschlag gruselt, sollte zugreifen.

(tw, 16.09.2004 14:00)

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